
SY Pilgrim - Kurzberichte vom Törn 2007
26.8.2007:
Ja, der lange erwartete Wind aus östlichen Richtungen kam und bescherte
uns 4 rauschende Segeltage:
Sonntag: 70 SM bei kräftigem Halbwind. Mit Vollzeug und mit 5-6 kn Fahrt
ging es nach Hesnaes
Montag: Nur mit dem Yankee 34 SM nach Femö
Dienstag: Nur mit dem Yankee teils am Wind, teils vor dem Wind 45 SM nach Rudköbing
Mittwoch: Der Wind lässt nach, aber von den 31 Sm bis Schleimünde
konnten noch immer 28 gesegelt werden.
Gerade eben vor Beginn eines
heftigen Gewitters erreichen wir den Hafen.
Donnerstag: Der Wind ist weg; die letzten 4 SM nach Kappeln schaffen wir mit
dem Motor.
Gleich nach Ankunft bereiten
wir das Schiff fürs Winterlager vor, d.h. packen, ausräumen, putzen...
Am Freitag Vormittag kommt Pilgrim aus dem Wasser; der Törn ist endgültig
vorbei. Die allerletzten 650km schaffen wir auch noch, allerdings auf 4 Rädern.
Um 2030 ist auch für den Skipper das "Winterlager" erreicht.
18.8.2007:
noch immer in Ystad. Fuer morgen ist endlich sued-ost-Wind angekuendigt; d.h.
um 05.00 aufstehen und möglichst bald los, damit wir die 55 sm bis Klintholm,
vielleicht sogar bis Hesnaes schaffen. Damit trennen wir uns auch wieder von
Manfred, der mir freundlicherweise seinen Rechner fuer die Updates der letzten
Tage zur Verfuegung stellte.
Wenn jetzt nichts mehr passiert, werden wir in ca. einer Woche in Kappeln sein.
Ich sage schon mal tschuess. Im Laufe der kommenden Wochen werde ich einen bebilderten Reisebericht
einstellen.
16.8.2007:
Na ja, kacheln ist wohl etwas uebertrieben, aber 50 SM gegen 4 - 6 Bft, da bleibt man gerne im Hafen.
Guenstige Winde werden erst fuer Sonntag erwartet. Gott sei Dank, hier in Ystad gibt es gute Versorgungsmöglichkeiten
( incl. Systembolaget ) Morgen werden wir mal nach deutschen Zeitungen sehen und die Bordbibliothek ist noch nicht ganz durchgelesen.
Drueckt bitte Daumen, dass wir bald hier loskommen.
Uebrigens, Manfred hat von der Pilgrim Bilder beim Auslaufen in Arkösund gemacht. Hier eine Kostprobe:
14.8.2007:
und wieder liegt Manfred mit seiner Stups am gleichen Steg wie wir, diesmal in Ystad,
Suedschweden; der Törn geht also so langsam in den Endspurt.
Von Karlskrona bis hierher verlief die
Fahrt problemfrei und fuehrte ueber Utklippan, Christiansö, Allinge / Bornholm und
Käseberga mit der grossen weit ueber 1000 Jahre alten Steinsetzung hierher. Noch ist strahlend schönes Wetter,
aber wir haben das Boot "sturmfest" angebunden, ab heute Nacht und morgen soll es ordentlich kacheln. Wir werden sehen.
Die weitere Reise wird uns durchs Smälandfahrwasser und ueber den grossen Belt nach Langeland und dann ueber
Svendborg allmählich an die Schlei fuehren, wo wir in ca. 2 Wochen eintreffen wollen.
So, das wars fuer heute, und wenn Manfred mir nochmal ueber den weg fährt, melde ich mich wieder.
Tschuess
8.8.2007:
die Gelegenheit ist guenstig, Manfred Ketels mit seiner Stups ist eben hier in Karlskrona eingelaufen und ich nutze
gerne die Gelegenheit, von seinem PC via wlan mal wieder ein kurzes update zu schreiben.
Frieder ist inzwischen an Bord und wurde am vergangenen Sonntag gleich richtig "getauft" , im Kalmarsund
blies uns der Wind mit bis zu 6 Bft
entgegen, der Strom wae entsprechend auch gegen uns und so haben wir in 4 Stunden harter Kreuzerei
nur die 10 sm bis Mörbylänga geschafft.
Danach war es dann schönes Segeln ueber Kristianopel bis hierher nach Karlskrona. Morgen ist ein
Abstecher zur Schäre
Utklippan geplant, von dort
soll es dann weiter nach Christiansö gehen womit wir schon wieder in Dänemark wären. So allmählich
ruecken also die
heimischen
Gewässer näher. Hier hat es heute morgen mal kräftig geregnet, jetzt scheint wieder die Sonne.
Der Wind soll in den nächsten Tagen eher aus östlicher Richtung kommen
was unser Fortkommen sehr fördern wuerde. Ich werde berichten...
Fuer heute Gruesse aus dem sonnigen und warmen Karlskrona !
4.8.2007:
Gestern bin ich in Kalmar angekommen, es war ein harter Schlag von Byxelkrok nach Borgholm,
30 sm waren gegen einen Sued mit im Mittel 3-4 Bft und gegen daen durch den Wind verursachten Strom anzukreuzen.
In Borgholm habe ich mir die beeindruckende Schlossruine angesehen. Gestern ging es dann mit Rueckenwind dafuer
bei stroemendem Regen hierher.
Inzwischen scheint wieder die Sonne, rechtzeitig zur Ankunft von Frieder; ab Morgen geht es, nun wieder mit einer
2-Mann-Crew auf die letzte Teilstrecke. Kaum zu glauben, mir ist, als wäre ich erst vor ein paar Tagen losgefahren.
31.07.2007:
Inzwischen bin ich in Byxelkrok an der Nordspitze von Oeland. Der Weg hierher fuehrte ueber Oxeloesund,
Arkosund, Fyrudde und Flatvarp. Nahezu die gesamte Strecke konnte gesegelt werden, alleine heute 40 sm.
Anlegen während eines Gewitters mit heftigen Böen hat ohne Schäden geklappt.
Nun sollte es kein Problem mehr sein bis Samstag in Kalmar einzutreffen. Dort kommt mein Freund Frieder
ab Bord um die restliche Strecke mit mir zu segeln.
Das wars fuer heute...
24.07.2007:
Der schöne Mälersee liegt hinter mir; von Sigtuna ging es nach Adelsö mit seiner fast 1000-jährigen Kirche, die frueher zu einem
Königshof gehörte.
Die Ruinen mit alten Grabstätten und der Kirche gehören zusammen mit der gegenueberliegenden Insel Birka -
einem wichtigen Handelsplatz der Wikinger, zum Weltkulturerbe.
Am folgenden Tag - auf dem Weg nach Södertälje - wurde dort noch Station gemacht. Vor der Schleuse in Södertälje mussten alle Boote
fast 2 Stunden warten, Grossschiffahrt hat halt Vorrang.
Ein weiterer schöner Segeltag folgte. Mit wechselnden Winden, teils achterlich, teils auf der Kreuz, mal flau mal 3-4 Bft.ging
es nach Skansholmen.
Am folgenden Tag, vor dem angekuendigten Starkwind bin ich mit dem Motor gegenan fahrend noch schnell nach Trosa motort.
Wenn schon eingeweht, dann lieber im Touristenstädtchen Trosa als im einsam gelegenen Skansholmen,
man kann hier wenigstens das Nötigste einkaufen.
Jetzt sitze ich in der Bibliothek von Trosa und warte auf guenstigen Wind. Mein Plan: erst noch einen Tag in die Schären vor Trosa
und dann einen längeren Schlag auf freiem Wasser nach Harstena. Ich werde berichten, ob es geklappt hat.
Tschuess fuer heute !
18.07.2007:
Meine Frau ist inzwischen abgereist, jetzt bin ich bis zum 4.August Einhandsegler, dann treffe ich mich in Kalmar
mit meinem Freund Frieder aus der Schweiz.
Zur Zeit liege ich in Sigtuna am Mälarsee und warte auf passenden Wind um die Reise antreten zu können;
z.Zt weht es mit 6er Böen ueber den Hafen, noch dazu aus der suedlichen bis westlichen Ecke, also gegenan.
Da suche ich mir jetzt lieber eine Kneipe zum "Dagens-Lunch". Viele Restaurants bieten unter diesem Begriff einen preiswerten und meist
leckeren Mittagstisch an.
Bis zum nächsten Mal !
Winfried
07.07.2007:
Inzwischen liegen die Turku-Schären, die Älandinseln und die Stockholmer Schären hinter uns.
Wir hatten meist Glueck mit dem Wind und das Wetter...
na ja, es kann ja nicht jedes Jahr so toll sein wie das Vergangene. Schneller als geplant werden wir
uns nun in den Mälarsee verholen, hoffend, dass wir es dort etwas wärmer antreffen.
Ich muss mich eilen, denn ich sitze an einem öffentlichen Computer in einer Buchhandlung gleich beim
Palast in Stockholm. Deshalb nur noch schnell ein paar Gruesse
und tschuess bis zum nächsten mal.
23.6.2007:
Am vergangenen Montag war also Crewwechsel. Jetzt ist meine Frau mit an Bord und seitdem haben wir nur noch guenstigen Wind.
Ob da ein Zusammenhang besteht ?
Am Dienstag der Woche haben wir gemeinsam Helsinki besichtigt; am Mittwoch war Start in die finnischen Sued-Schären.
Immer hoch am Wind aber auch immer anliegend steuerten wir unser Boot durch die Schären in die Drachenbucht (Drägonsviken) bei Porkkala.
In der Nacht drehte der Wind auf Ost und seitdem geht es geruhsam durch die teils sehr engen aber wunderschönen Fahrwasser zwischen den
vielen Inselchen hindurch. Die Betonnung ist hervorragend, der Plotter wird zwar jeden Abend mit einer neuen Route gefuettert, wird aber kaum gebraucht.
Die zweite Station war Barösund, eine kostenlose Anlegestelle mit trotzdem guter Infrastruktur ( Laden, Kneipe, WC ) vor allem aber schön gelegen.
Wie in der Theaterloge konnten wir den zahlreich durch den Barösund laufenden Schiffen zuschauen. Und dann ging es nach....
habt Ihr schonmal versucht, Euch finnische Namen zu merken ? Jedenfalls wurde dort gestern abend Mittsommer gefeiert,
auf einem auf das an dieser Stelle eher einem beschaulichen Voralpensee ähnelnde Fahrwasser wurde ein Ponton mit einem riesigen Holzstoss
darauf gezogen, der bei einbrechender Dunkelheit angezuendet wurde; ein beeindruckendes Sonnenwendfeuer !
Heute war es dann mit den Beschaulichkeit nicht so weit her; zunächst im inneren Schärenfahrwasser ging es nur mit dem Vorsegel
auf glattem Wasser flott dahin. Bei erreichen grösserer freier Wasserflächen blies der Ost dann mit 4-5 und pustete und mit bis zu 6 kn
Richtung Hanko, der suedlichsten Stadt Finnlands. Heute am Mittsommerfeiertag ist die Stadt voller Touristen, darunter viele Jugendliche, die das ein oder andere Bier
zuviel hatten. Die Anblicke waren nicht nur erfreulich - ist aber bei uns bei vergleichbaren Gelegenheiten auch nicht besser.
Der Wetterbericht sagt, morgen wird es wieder etwas ruhiger, dann geht es weiter in die Turku-Schären und auf die Aland-Inseln.
14.6.2007:
So, der erste Teil der Reise ist geschafft, gestern abend sind wir in Helsinki angekommen; aber der Reihe nach:
Von Dirhami aus ging dann doch nicht direkt nach Tallin, Ihr wisst schon, der Wind... aber bis Lohasalu sind wir gekommen.
Das ist ein kleiner aber ziemlich exklusiver Hafen, Sanitäranlagen vom Allerfeinsten, da kommt noch nicht mal Warnemuende mit,
wo ja auch riesige Mengen Soli in der neuen Marina versenkt wurden. Abends war im benachbarten Restaurant Freilufttanz mit Livemusik.
Die bekannten Evergreens der 70er bis 80er in Estnisch, das hatte was. Und auf der Tanzfläche war alles vertreten von 7 - 70 Jahren.
Immerhin war der Eintritt zum Schwoof in der bislang höchsten Hafengebuehr der Reise mit enthalten.
Am Sonntag kämpften wir uns dann gegen den Wind, der mal wieder auf den Kopf blies, nach Tallin durch. Fast hätten wir es
unter Segeln bis in den Hafen geschafft, aber da war noch das Verkehrstrennungsgebiet zu queren; Verkehr wie auf der Autobahn. Allein 3 Kreuzfahrtschiffe
darunter die Aida legten gerade ab als wir kamen, dazu grosse und vor allem die wieselflinken kleinen Schnellfähren
die mit bis zu 40 kn bis knapp vor den Hafen rasen, sind kaum kalkulierbar. Und dann lag noch ein langsamer Frachte
mit uns auf Kollisionskurs was die
Situation unter Segeln endgueltig nicht mehr bewältigbar machte. Die letzten 3 Meilen also mit Motor.
Tallin die Hauptsatadt Estlands und Austragungsort der 1980er Segelwettkämpfe der Moskauer Olympide - wo wir
aus politischen Gruenden ja nicht hin durften... war fuer mich die weltoffenste und am meisten westlich geprägte
Stadt zwischen Fehmarn und Helsinki. Von den 3 baltischen Ländern ist Estland das wohl inzwischen auch
wirtschaftlich am weitesten entwickelte. Das noch weitgehend von mittelalterlichen Bauten geprägte Bild der Altstadt lässt
die einstige Bedeutung dieser Hansestadt noch immer ahnen, daneben stehen modernste Hochhäuser, die von der wiedergefundenen Wirtschaftskraft zeugen.
Am 2. Hafentag habe ich noch einen kleinen Palast am Stadtrand besucht - ja wie hiess der noch, den Namen habe ich jatzt
am Computer des Helsinki-Motoryachtclubs nicht dabei - jedenefalls wurde der Palast von Peter dem Grossen fur seine Frau
von einem italiänischen Barockbaumeister erbaut, dient heute als Kunstmuseum und ist der einzige seiner Art in Eestland.
Nach der vielen Motorgurkerei hatte ich ueberhaupt keine Lust, auch noch nach Helsinki zu motoren. Gestern morgen legten wir ab und ich war grimmig entschlossen,
keinesfalls den Zuendschluessel fuer den Diesel zu drehen, egal ob der Wind auf den Kopf oder gar nicht blaest. Er tat dann beides,
nicht blasen oder ganz ganz wenig aus Nord, also auf den Kopf. Von 9 bis ca. 14 Uhr brauchten wir um noch nicht mal 5 sm zurueckzulegen, d.h. wir
waren noch nicht mal aus der Talliner Bucht raus. Dann innerhalb von Minuten drehte der Wind auf West und briste auf gute 4 Bft. auf. Auf dem zunächst glatten Wasser
lief Pilgrim unter Vollzeug deutlich ueber 7 kn und als es dann doch ein wenig viel wurde und der Yankee weggedreht war,
waren es unter Gross und dem kleinen Staysail immer noch 6,5kn. Bei dann immer höher werdender Welle liefen wir flott auf
Helsinki zu und waren kurz nach 20:00 fest am Zollsteg. Nach dem Einklarieren ging es dann noch 3 Meilen durch das Labyrinth
der Helsinki vorgelagerten Schären in den Hafen des Motoryachtklubs ( HMVK ) in Helsinkis Nordhafen.
Hannes reist am kommenden Montag ab, und meine Frau kommt. Dann es geht auf den 2.Teil der Reise ueber die Aalandinseln nach Stockholm.
Auf diesen Teil der Reise freue ich mich ganz besonders. Bei Gelegenheit werde ich berichten.
8.6.2007:
Heute sind wir in der Nord-West-Ecke von Estland, in Dirhami angekommen.
Kurz vor der Abfahrt in Kuressare informierte uns der Hafenmeister, dass unser naechstes Ziel - Koiguste -nicht angelaufen werden kann
weil der Hafen wegen Sturmschaeden gesperrt sei. Also hatten wir mal wieder einen langen Tag
und mussten durch bis Virtsu. Der Yachtsteg liegt direkt neben dem Faehrterminal nach Saarema,
ansonsten gibt es von dort nichts zu berichten. Anders vom naechsten Ziel Haapsalu. Das Staedtchen
liegt tief in einer Bucht und besitzt eine beindruckende Burgruine, ein praechtiges hoelzernes Kurhaus
schoene alte Villen und etliche neue Einfamilienhaeuser.
Hier in Dirhami ist der sprichwoertliche Hund begraben. Ausser wunderschoenem Wald der direkt bis an den Strand geht,
gibts hier nichts - nein, immerhin diesen Computer im Buero des sehr freundlichen
Hafenmeisters. So ganz am Ende der Welt sind wir also noch nicht...
Der Wind ist uns weiterhin nicht sehr wohl gesonnen. Entweder er blaest nicht oder , gerade dann, wenn man in engen Fahrwassern navigiert
blaest er mit 4-5 auf den Kopf. Aber immerhin, ein gutes Stueck segeln konnten wir in den letzten Tagen doch.
Morgen gehts in den finnischen Meerbusen, evtl. direkt durch bis Tallin - wenn der Wind es gut mit uns meint.
Tschuess !
Winfried
5.6.2007:
Hallo, da bin ich wieder, und grüsse Euch aus Estland, genauer aus Kuressaare auf der Insel Saaremaa.
Von Ventspils / Lettland aus sind wir am Pfingstmontag mit Ziel Möntu / Estland ebenfalls auf Saaremaa ausgelaufen.
Eine mit uns laufende Hamburger Yacht funkte uns an und teilte mit, sie hätten einen Funkspruch der Estonian-Coastguard erhalten, wonach Möntu
nicht angelaufen werden könne. Wir haben daraufhin unser Tagesziel geändert und Kurs auf Roja genommen.
Nach einem weiteren Zwischenstopp in Engure - hier half man uns äusserst freundlich bei einem kleinen Maschinenproblem -
waren wir am Mittwoch in Riga, Lettlands Kapitale.
Die schöne Stadt beherbergt Baudenkmale aus vielen Jahrhunderten, am bemerkenswertesten fand
ich aber die weitgehend restaurierten kompletten Strassenzeilen mit grossen Jugendstilhäuseren.
Im Andrejosta-Yachthafen lagen wir gut und sicher, draussen "tobten" lt. Wetterbericht bis zu 7 Windstärken.
2 Tage mit Regen haben wir hier gelegen und einen weiteren bei strahlendem Sonnenschein. Den habe ich genutzt,
einen Kurzschluss in der Leitung zu den Vorschiffsleseleuchten zu beseitigen und die Scheuerleiste
neu zu malen.
Am Sonntag haben wir uns dann wieder hinaus getraut und konnten 60 sm nord-westwärts segeln, zur
estnischen Insel Ruhnu.
Ein langer Strandspaziergang am Morgen und ein Besuch der ältesten Holzkirche Estlands, dann auslaufen mit Ziel Kuressaare.
Wieder musste der Wind aus dem Tank kommen, mit nur 1 - 2 Bft kommt die schwere Pilgrim mit ihren 5t
einfach nicht in Fahrt.
Heute ist bei allerschönstem Sommerwetter Hafentag angesagt, Pilgrim sieht aus wie ein schwimmender Waschsalon, sonst als
Festmacher dienende Leinen wurden als Wäscheleinen missbraucht und der heut natürlich frisch wehende Wind wird anstatt zum segeln
zum wäschetrocknen genutzt.
Narürlich ist genug Zeit, das hübsche Städtchen anzusehen, die uralte Bischofsburg zu besichtigen und im Strassencaffee am Markt
ein Bier zu trinken.
Dem freundlichen Hafenmeister sei Dank, dass ich seinen Computer fuer dieses Update nutzen durfte.
Bis bald mal wieder...
Winfried
27.5.2007 - Pfingsten :
Froehliche Pfingsten aus Ventspils / Lettland !
Eigentlich wollten wir heute, nach einem Hafentag hier unterwegs nach Moentu / Estland sein.
Der Wetterbericht versprach uns aber Wind aus Nordost also auf den Kopf, Nebel und Gewitter.
Pfingstsegeln stellen wir uns anders vor und beschliessen, im Hafen zu bleiben. Und der Wetterbericht hatte ausnahmsweise mal recht,
es war gut, hier zu bleiben.
Ventspils gilt als eine Stadt, in der viele reiche Leute wohnen. Schaut man sich die zahlreichen Villen in Strandnaehe an, so findet man dies bestaetigt.
In der Stadt selbst liegen Renoviertes und Unrenoviertes, Altes und sehr Modernes dicht nebeneinander. Auffaellig ist die
pennible Sauberkeit auf den Strassen, die gepflegten Parkanlagen und auch hier die vielen Optimismus
ausstrahlenden jungen Menschen. Dazu liegt ueber der ganzen Stadt der zarte Duft der vielen in voller Bluete stehenden Fliederbuesche.
Wie der Kapitalismus funktioniert, hat man aber wohl noch nicht richtig - oder vielleicht schon gar zu gut verstanden.
Auch hier sind die Hafengebuehren sehr hoch - hoeher als in Stockholms beruehmtem Vasahafen.
Dabei liegt der Yachtafen in
einer Ecke des Fischereihafens, eine nicht immer gut riechende grosse industrielle Fischraeucherei nebenan, verrostete
Fisckutter ringsum. Offensichtlich zahlt man aber heute schon fuer all das, was die Hafenbetreiber erst morgen oder uebermorgen bauen wollen.
Ob dann auch das schon oft gesehene blaue Schild mit dem Sternenkranz - gefoerdert mit Mitteln der EU dran
sein wird ?
Immerhin, im Hafenbuero steht ein PC mit flotter DSL-Anbindung und vor dem sitze ich eben und das fuer lau...
Habt weiter schoene Pfingsten wuenscht
Winfried
24.5.2007:
Hallo, schon wieder da, aber die Gelegenheit ist auch zu guenstig. Wir sind im kleinen Fischerort Pavilosta gelandet
und der Hafenmeister hat seinen PC zur Nutzung angeboten. Die Gelegenheit kann man doch nicht verpassen..
Heute war endlich mal wieder ein richtig schoener Segeltag. Zunaechst noch etwas flau ging es in Liepaja los.
Unterwegs frischte der SW-Wind auf und mit Backstagsbriese fuhren wir dann 4-5 und spaeter 6 kn.
Nach einer Halse vor dem Leuchtfeuer Akmenrags ging es dann hoch auf ueber 7 kn mit Spitzen von 8,2.
Das alles unter blauem Himmel - bitte mehr von solchen Segeltagen !
Fuer heute tschuess !
23.5.2007:
Wir sind ein ganzes Stueck weiter !
Aber erst nochmal kurz zurueck: Von Leba ging es nach Wladislawowo, dem grossen polnischen Fischereihafen.
Hier haben wir uns entschlossen, Danzig mit dem Zug zu besuchen, haetten wir ansonsten 2 weitere militaerische
Sperrgebiete umfahren muessen, nachdem wir das schon zwischen Darlowo und Ustka hatten.
Danzig hat mir gut gefallen, eine quirlige und lebendige Stadt mit wunderschoenen Bauten. Man kann die Leistung
der Polen, die das alles nach dem Krieg wieder aufgebaut haben, nicht genug wuerdigen !
Wenn ich vergleiche, wie lieblos die meisten unserer Staedte erst nach dem Krieg beim Wiederaufbau so richtig kaputt gemacht wurden,
bewundere ich die Polen umso mehr.
Am vergangenen Sonntag ging es dann bei schoenstem Wetter und leichtem Wind auf direktem Weg von
Wladislawowo nach Klaipeda in Litauen.
Fast 24 Stunden brummte der Motor, denn der Wind war zu schwach zum Segeln und blies uns auch noch genau entgegen.
Na, die Batterien sind dabei gut voll geworden.
In Klaipeda gibt es eine kleine Altstadt, groesste Attraktion ist die Statue des Aennchens von Tharau, die vor
dem Theater auf Ihrem Sockel steht.
Nach weiteren 55 Meilen, leider auch die groesstenteils mit Motor gefahren, sind wir jetzt in Lettland und zwar in
Liepaja angekommen.
Wie Kleipeda ist auch Liepaja eine quirlige Stadt, ueberall wird gebaut, renoviert, modernisiert.
Der Outfit speziell der jungen Leute samt den Acessoires, speziell den Handys, ist identisch mit dem bei uns.
Man hat das Gefuehl, den Optimismus, der hier herrscht, mit Haenden greifen zu koennen.
Dieser Optimismus schien mir in Polen nicht ganz so ausgepraegt zu sein.
So, das wars fuer heute; weiter geht es jetzt nach Riga und von dort nach Estland und irgendwo steht bestimmt ein Computer rum,
von dem ich mich wieder melden kann.
16.5.2007:
Gruss aus Polen und zwar aus Leba, damit liegt mehr als die Haelfte unseres Weges laengs der polnischen Kueste hinter uns.
Gerne wuerde ich noch etwas ueber die vergangene Woche erzaehlen aber die freundliche Dame in der Bibliothek von Leba
will nach Hause und ich muss zum Ende kommen.
Bei naechster Gelegenheit mehr. Jetzt freuen wir uns erst mal auf Danzig.
9.5.2007:
Da bin ich schon wieder;
gestern hatten wir bei Westwind mit guten 5 Bft einen schönen Ritt über den bewegten Greifswalder Bodden
in den Peenestrom nach Wolgast. Was macht man aber in Wolgast, wenn es so heftig bläst, daß wir keine Lust haben
weiter zu segeln. Nun, es gibt eine Kirche, einen schönen aber renovierungsbedürftigen Raum in der
typischen Backsteingotik mit der Kruft der Herzöge von Pommern-Wolgast. Aber einen ganzen Tag kann man
sich dort auch nicht aufhalten; die "Zeit" wurde an Bord auch schon rauf und runter gelesen,
also steht mal wieder einen Ausflug zum nächsten PC,
diesmal in der Stadtbibliothek von Wolgast an.
Wenn der Wind mitspielt, soll es morgen nach Ückermünde gehen was dann unsere letzte Station in Deutschland sein wird.
Dann geht es weiter nach Polen, zunächst wohl nach Swinemünde. Wenn ich in Polen ´nen PC finde, melde ich mich wieder.
7.5.2007:
Internetkaffee in Greifswald, eigentlich eine Spielhölle - aber mit Internetanschluß.
Also, wir haben uns gegen den vorherrschende Ostwind, dafür bei schönstem Wetter schon recht weit in
Deutschlands Osten vorgearbeitet. Unsere Stationen waren nach Bagenkop Burgtiefe auf Fehmarn, Gedser
und Stralsund, wo wir ins Hafenfest "gefallen" sind.
Das bedeutete ein lange Nacht mit ohrenbetäubendem Disco-Lärm, aber irgendwann haben wirs doch nicht mehr
gehört und sind eingeschlafen.
In der vergangenen Nacht hat es nun begonnen zu regnen. Heute ist es bewölkt aber dafür kommt der Wind endlich
aus West.
Nachdem der heutige Tag für einige Besorgungen genutzt wurde, geht es morgen weiter In Richtung Oder-Haff / Polen.
Ich melde mich bei nächster Gelegenheit wieder.
- Am Rande:
Die hiesige Presse regt sich über Hansa Rostock auf, die gestern Ihr Fußballspiel gegen Koblenz ! mit 3:0 verloren haben.
Ich verstehe das nicht, mich regt das gar nicht auf...
1.5.2007:
Wir sind unterwegs !
Gestern ging es ab Kappeln und bei zunaechst flauem Nordwind,
spaeter frischem und kaltem Ostwind ging es nach Bagenkop auf Langeland.
Heute am Morgen des 1. Mai sitze ich im Internetraum des Hafens ,
schreibe kurz diese Nachricht und gleich geht es dann weiter nach Fehmarn - Burgtiefe.
In der vergangenen Woche war ich mit Anne in der Flensburger Foerde unterwegs.
Wir hatten schoene Segeltage aber meist wars ziemlich frisch.
Und ein wenig Aerger gehoert ja auch dazu: Die schoene neue blaue Rumpffarbe ist nicht ausreichend abbriebfest.
Schon ein kurz aussen haengender Fender hinterlaesst matte Stellen im Lack und
wenn man mit dem Finger fest ueber den Lack streicht, ist der Finger blau.
Der Hersteller der Farbe ist informiert. Wir haben vereinbart, dass ein Vertreter der Fa. in Stralsund an Bord kommen wird
um den Schaden zu besichtigen. Mal sehen wie es dann weiter geht; ich werde berichten.
13.4.2007:
Heute ist Freitag der 13. aber heute geht es ja noch nicht los.... doch
die Taschen sind gepackt, Seekarten, Handbücher, Rettungsinsel, Schwimmwesten,
Munitionskasten für Signalmunition, kurz ein ordentlicher Stapel liegt bereit,
um am Montag nach Kappeln geschafft zu werden.
In der kommenden Woche kommt Pilgrim ins Wasser und wird klar für die Reise
gemacht. In der letzten Aprilwoche gibt es einen leider nur kurzen Törn
mit meiner Frau und Ende April kommt Hannes an Bord und wir starten Richtung
Helsinki.
22.3.2007:
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